Aktueller Stand Range Rover Classic Motoren

Schwere Ölverkokung am Rover V8 des 1986er Vogue.
Schwere Ölverkokung am Rover V8 des 1986er Vogue.

Ich habe länger nichts mehr über die Motoren des Range Rover geschrieben, obwohl sich schon etwas getan hatte. Zwischenzeitlich hatte ich auch am 101 Forward Control weitergemacht. Aber jetzt gibt es ein Statusbericht.

Zuletzt berichtete ich, dass beide Rover V8 3.5 efi ausgebaut waren. Zur Erinnerung, der Plan war den Motor des 1986er Vogue in meinen 1987er Vogue einzubauen. Dazu hätten ein paar Teile getauscht werden müssen, z.B. die Ansaugbrücke (Ansaugspinne) um den unterschiedlichen Wasseranschlüssen gerecht zu werden.

Unerwarteter Zustand

Deshalb begann ich die Ansaugbrücke zuerst beim 1986er Motor zu demontieren. Diese wollte aber nicht an den Rändern der V-förmig angeordneten Ventildeckel vorbei. Deshalb nahm ich die auch ab. Dann kam leider eine ziemliche Ölverkokung zum Vorschein. Deshalb öffnete ich jetzt den Motor und nahm auch die Valley-Dichtung ab. Das ist die Dichtung unter der Ansaugbrücke, die von einer Ansaugseite des einen Zylinderkopfs über die Stößelstangen und die Nockenwelle bis hin zur Ansaugseite des anderen Zylinderkopfs reicht. Auch darunter war eine heftige Ölverkokung.

Rover V8: Ansaugbrücke mit darunter liegender Valley-Dichtung.

Rover V8: Ansaugbrücke mit darunter liegender Valley-Dichtung.


Die wahrscheinliche Ursache dürfte in nach Handbuch angezogenen Drehmomenten der Zylinderköpfe liegen. Dann neigt der Motor auf der Ansaugseite zwischen Motorblock und Zylinderkopf abzublasen. Das bläst dann genau unter die Valleydichtung, die im übrigen hochgebogen war, ein weiteres Indiz. Die heißen Abgase sorgen dann für die Verkokung. Die Verkokungen bei den Kipphebelwellen und Ventilen dürften an undichten Ventilschäften liegen. Motoren dieser Baujahre hatten noch keine Ventilschaftdichtungen.

Der alte wird auch der neue

Damit musste ich einen neuen Plan machen. Dieser Motor bleibt jetzt so stehen, um den kümmere ich mich später (reinigen, neu aufbauen). Also bekommt der Range wieder seinen alten Motor rein. Jetzt wo er draußen ist, kann ich mir den auch genauer ansehen. Zum Glück sieht er ordentlich aus. Nur ganz leichte Verkokungen unter den Ventildeckeln, nichts wildes und das Innere ist sauber.

Ich habe zuerst die Stößelstangen demontiert, das der Motor 16 neue Hydrostößel bekommt, die bereits in Öl eingelegt sind. Nur um sicher zu gehen, habe ich auch die Ölwanne entfernt, auch hier sieht alles gut aus. Eine gute Gelegenheit alles zu reinigen.

Die Bereiche um die Kipphebelwellen, oben auf den Zylinderköpfen mache ich mit Sonax Motorreiniger und Liqui Moly 3379 Injektoren- und Glühkerzenreiniger und einem Pinsel sauber. Das ganze spüle ich dann mit Bremsenreiniger und Luftdruck ab. Dabei drehe ich den Motor auf dem Motorständer so, dass nichts in die Mitte zur Nocken- und Kurbelwelle läuft.

Die äußeren Kanäle in den Zylinderköpfen sind für das Kühlwasser. An zwei dieser Kanälen war Alufraß vorhanden. Da die Valley-Dichtung schon neueren Typs mit Kunststoffüberzug war, gehe ich davon aus, dass es nicht durch die unterschiedlichen Metalllegierungen von Zylinderkopf und Dichtung lag. Bleibt als Ursache nur selten oder nie gewechseltes Kühlwasser. Die Metalle des Motors werden durch das Kühlwasser als Elektrolyt miteinander verbunden, es entsteht ein galvanisches System. Das unedle Metall Aluminium gibt dabei Ionen ab und edlere Metalle im System, wie Stahl, Kupfer oder Messing nehmen diese auf. Die Folge ist die Zersetzung des unedleren Metalls (Alufraß). Diese Stellen habe ich mit Liqui Moly Flüssigmetall wieder aufgebaut und plan geschliffen.

Jetzt steht der Zusammenbau bevor. Der Rover V8 hat an der Stelle ein paar Herausforderungen was das Abdichten angeht. Dazu schreibe ich mehr im nächsten Teil, wie ich den Abdichte und mit welchen Materialien.

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