Offroad-Sommerfestival 2016 an der F60

Unser Stellplatz an der F60.
Unser Stellplatz an der F60.

Ein alter Tagebau, ein Monster aus 11.000 Tonnen Stahl, ein See mit Strand und viel, viel Sand. Ein idealer Ort für eine Offroad-Veranstaltung für Fahrzeuge aller Klassen und Größen. Das Bergbaumuseum F60 in der Lausitz, direkt neben dem Lausitzring ist solch ein Ort. Wir waren am Wochenende dort um bei dem Offroad-Sommerfestival 2016 dabei zu sein.

Schon ein paar Kilometer vor dem alten Tagebau in der Lausitz erblickt man den 11.000 Tonnen schweren Stahlkoloss, der einmal ein Tagebaubagger war. Einer der größten Europas, mit vier Geschwistern. Aber nur er steht noch, wenn auch seiner zwei Schaufelräder beraubt, die zusammen 60 Meter tief gruben. Er steht direkt neben einem großen, künstlichen See, der in der alten Fördergrube angelegt wurde und dort wo wir stehen, von schönen Sandstränden umringt ist.

Nach der Einfahrt auf das Gelände sehen wir, dass im vorderen Bereich schon alles sehr voll war. Wir fuhren weiter zum alten Verkippungsbereich hinter der Förderbrücke. Dort warteten auch schon Freunde auf uns. Im Dunkeln suchten wir uns ein Plätzchen bei ihnen und schlugen unser Lager auf. Schnell waren die beiden Zelte für die Kinder aufgestellt und das Hubdach aufgemacht. Es lagen sogar noch Würstchen für uns bereit, ein netter Empfang.

Nicht weit von uns standen ein paar Dixie-Klos, sauber. Das war schon mal gut. Die Organisation lies unserer Ansicht nach auch nichts zu wünschen übrig.

Das Offroad-Sommerfestival wird von Andreas Pflug organisiert, der das Offroad-Forum betreibt. Es ist markenoffen und so finden sich hier vom Quad und ATV bis hin zum Rallye-MAN-Kat alle möglichen Fabrikate vereint. Das Festival ist auch nicht die einzige Offroad-Veranstaltung an der F60-Förderbrücke. Auch das Sundown-Summit aus dem Hause der OF-Series findet hier statt.

Am nächsten Morgen stand ich, naja, einigermaßen früh auf und schmiss den Atago an. Ich machte mir darauf einen Cowboy-Kaffee und geröstete Sandwiches. Langsam krochen auch die anderen aus ihren Betten. Gegen lockere 10 Uhr waren wir mit Mario verabredet, eine Bekanntschaft die Bart an den Vorabenden hier gemacht hat. Mario kennt den Tagebau wie seine Westentasche. Er hat hier früher schon viele Touren und Ausbildungen durchgeführt, als er noch für die Lausitz Safari tätig war. Er bot sich als “Touristenführer” für den Tag an. Vorab, das lohnte sich sehr. Sehr erfahren und souverän lotste er uns durch das weitläufige Areal und schwierige Passagen, wo uns in Barts Discovery 4 die Sicht verwährt blieb. Ich sag mal: Supermario.

Nach dem Frühstück sammelten wir uns langsam und fuhren ca. 20 km in einen anderen Bereich des Tagebaus, in dem gefahren werden durften. Im Wesentlichen besteht das ganze Gelände aus Sand. Hügel, große und kleine Löcher, umringt von Steilwänden oder treppenartige aufgestuften Plateaus. Es gibt viele Verwerfungen und Erosionsrinnen. Teilweise ist es auch nicht ganz ungefährlich, da Abbruchkanten hier und da unterspült sind. Es ist fraglich, ob die Überhänge jedes Fahrzeuggewicht tragen können. Wer sich dort nicht auskennt, sollte sich nicht scheuen auszusteigen und vor der Fahrt bis an eine Kante nachsehen, ob diese noch intakt ist.

So folgten wir Mario durch den Vormittag in den Mittag hinein, er zeigte uns gute Stellen und suchte ein paar steile Abfahrten heraus. Oder er machte neue. Aber das war hier erlaubt, solange die Bäumchen verschont blieben, die hier überall angepflanzt wurden. Er achtete auch sehr darauf, denn mutwilliges Kaputtfahren hilft nicht gerade den Ruf des Allradfahrens zu verbessern. So verging die Zei beim Auf- und Abfahren und beim Probieren und Vergleichen der Möglichkeiten der Fahrzeuge in unserem Konvoi: Discovery 4, Mercedes G und Suzuki Samurai. Der kleine schlug sich hervorragend, dank seines geringen Gewichts, obwohl er quasi ohne zweiten Gang gefahren wurde.

Zwischendurch hielten wir immer wieder an und beobachteten die anderen Fahrzeuge. Und deren Fahrer. Wenn sie beispielsweise meinten, ein Tümpel, der vollkommen mit Schilf bewachsen war, wäre gut zum Offroadfahren geeignet. Das ganze endete mit einem steckengebliebenen Fahrzeug. Ein Jeep Grand Cherokee versuchte den Wagen heraus zu wuchten, was fehlschlug. Nach langen Minuten half dann endlich ein Nissan Terrano mit Winde bei der Bergung.

In den Tümpel fahren. Keine gute Idee.

In den Tümpel fahren. Keine gute Idee.

Wir bewältigten noch eine Nervenkitzelstelle, bei der wir einen sehr schmalen und steilen Streifen, neben einer großen und tiefen Errosionsrinne, nutzen um den Hang herab zu fahren. Ich setzte den Discovery in Position und ab dann konnte ich nichts mehr sehen. Die Karosserie ist zu hoch und breit, da nützen mir die ganzen Allradanzeigen im Wagen auch nichts, wenn ich nicht kontrollieren kann, wie nah die Räder an der Kante stehen. Mario hatte sich schon in Position gebracht und gab mir Handzeichen. Ich verlies mich zu 100 Prozent auf ihn und er manövrierte mich sicher hinunter. Der gröbere und teilweise feuchte Sand im Tagebau bremst deutlich besser, als der feine, trockene Sand in der Wüste.

 


Langsam stellte sich der Hunger ein, aber wir wollten ja noch die Mud-Challenge sehen, die im Bereich der EInfahrt abgehalten wurde. Eine gut 150 Meter lange Strecke durch ein Schlammfeld musste im Rennen eins gegen eins bewältigt werden. Dank der großen Wellen und des herumfliegenden Schlamms ein Spaß für alle Teilnehmer und Zuschauer. Beim Reinigen des Fahrzeugs dürften sich jedoch die Teilnehmer weniger gefreut haben.

 

Nachdem sich zwei 4×4 MAN-Kat gemessen hatten, traten wir die Rückfahrt zum Camp an. Dort angekommen bedankten wir uns bei Mario und luden ihn zum späteren Klönen ein. Wir schmissen den Durch-Oven an, die Kinder vergnügten sich mit anderen im See. Nik und ich saßen eine Weile am Strand und trafen dort noch Dee, eine Freundin. Dann wurde gegessen und noch erzählt. Mario und seine beiden Begleiterinen waren mittlerweile auch eingetroffen.

Als es bereits dunkel geworden war, fand im Sand am Seeufer ein Nacht-Speed-Trial statt. Es war nur ein kurzer Parcours, der aber schnell bewältigt werden musste und ein paar Schwierigkeiten besaß. Direkt vor uns mussten die Wagen erst links, dann scharf rechts, so dass dort eine tiefe Spur entstand. Einige Fahrzeuge kamen dort nah an ihre Kippgrenze und hebten auch schon mal das Beinchen. Hier konnte man sehr gut sehen, welche Kraft der Sand verchlingt. Die beiden 8 Zylinder Jeep Garnd Cherokee schafften es nicht, die nicht sehr steil wirkende Böschung hoch. Aber Böschung wurde auch leicht unterschätzt, sieht sie doch nicht so steil aus. Aber vorher musste aus einer Kurve auf losem Sand beschleunigt werden. Vielleicht wurde aber auch vergessen, in der Automatik das Hochschalten zu begrenzen. Die Jeeps waren auch in guter Gesellschaft. Der eigens zur Beleuchtung angetretene MAN-Kat schaffte die Böschung ebenfalls nicht.

Vom Trial gingen wir hinüber zum großen Feuer, das bereits angezündet worden war. Dort saßen wir einige Zeit mit den Kindern, als wir uns angesichts der langen Heimfahrt, die uns am nächsten Tag bevor stand, zeitig ins Bett gingen.

Um 06:00 Uhr am nächsten Morgen, alle anderen schliefen noch oder versuchten noch etwas zu schlafen, packten wir ein. Ich hatte sehr schlecht geschlafen und morgens hustete eines der Kinder heftig los. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Ausserdem wollten wir nicht zu spät zu Hause sein und die Landstraßen hinter uns haben, bevor der Verkehr losging. Also ab nach Hause. Gegen 15:00 Uhr kamen wir dann wohlbehalten bei bestem Wetter in Niederkassel an. Wir packten den Wagen aus und genossen noch einige Stunden die warmen Sonnenstrahlen im eigenen Garten.

Offroad-Sommerfestival, 2016

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